Der Schwarzwald ist das Zentralmassiv deutschen Gefühls. Wer es erkunden will, kann sich verlaufen. Der Autor Johannes Schweikle und der Fotograf Daniel Keyerleber hielten sich an die rote Raute. Mit offenen Augen und wachen Sinnen wanderten sie den Westweg von Pforzheim nach Basel.
Vom „Führerbunker“ kamen sie zur normalerweise verschlossenen Hütte des Philosophen Martin Heidegger. Unterwegs trafen sie Holzfäller und Romantiker, Aussteiger und Olympiasieger. Sie aßen beim Sternekoch und fanden heraus, woher die Schwarzwälder Kirschtorte kommt. Tief im Wald nahmen sie die Fährte des Wolfs auf, der Bauern und ihre Tiere bedroht.
Der Autor ging alten Geschichten nach, er rieb sich an Klischees von Bollenhut und Kuckucksuhr. Der Fotograf war fasziniert, wie sich das Bild dieses Waldgebirges in den vier Jahreszeiten ändert. Im Nationalpark stand er staunend vor der uralten Großvatertanne, die den Kahlschlag und alle Katastrophen überlebt hat. Jede Etappe führte die beiden tiefer in ein Sehnsuchtsland. Mit ihrem literarischen Bildband gingen sie Schritt für Schritt der Frage nach: Was ist Heimat?
Johannes Schweikle/Daniel Keyerleber: Über den Schwarzwald – Entdeckunsreise auf dem Westweg; 8 Grad Verlag, Freiburg; 256 Seiten, 160 Farbbilder, 35 EUR.